{"id":933,"date":"2002-08-07T18:27:00","date_gmt":"2002-08-07T18:27:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.the-kingfishers.de\/?p=933"},"modified":"2023-07-04T14:50:47","modified_gmt":"2023-07-04T14:50:47","slug":"schwedens-verrueckteste-angelgeschichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/the-kingfishers.de\/?p=933","title":{"rendered":"Schwedens verr\u00fcckteste Angelgeschichten"},"content":{"rendered":"\n<p>Da meine Famillie ein kleines Haus in Schweden hat und da jawohl die meisten wissen, wie toll man in Schweden Angeln kann, habe ich meinen Freund Fynn gefragt ob er nicht Lust h\u00e4tte, mit mir 4 Wochen nach Schweden zu fahren. Wie erwartet, sagte er ja. Also ging es in den Sommerferien 2002 los. Nach langer Fahrt mit Fahrr\u00e4dern undAnh\u00e4nger durch D\u00e4nemark, kamen wir endlich zu dem kleinen H\u00e4uschen, das in einer kleinen Siedlung liegt am Rande eines Waldes. Das wichtigste und sch\u00f6nste ist aber, dass in der N\u00e4he ein sch\u00f6ner gro\u00dfer See ist. Der See ist 6 km lang und 2 km breit, rundherrum liegen Berge und W\u00e4lder.Die tiefste Stelle ist 10 m tief. In dem See gibt es Hechte, Zander, Barsche, Aale und sogar Forellen. Nat\u00fcrlich gibt es auch jeglichen Wei\u00dffisch.<br>Angekommen, ausgepackt, Angeln gegangen.Also runter zum See und mit einem g\u00fcnstig geliehenden Boot rausgefahren. Da ich schon seit l\u00e4ngeren den See kenne, wei\u00df ich, wie man dort gro\u00dfe Barsche und Rotaugen fangen kann. Direkt vorm Schilf mit Wurm oder kleinen 5 cm langen Barschen, die \u00fcberall im Schilf stehen. Wir ankerten also vor dem Schilf und warfen unsere Posen aus. Wir fingen leider nicht vie,l nur ein gro\u00dfes Rotauge. Aber wir gaben nicht auf und fuhren in den n\u00e4chsten Tagen jeden Tag hinaus. Und die M\u00fche machte sich bezahlt. Uns gingen dicke Barsche und Rotaugen an den Haken. Man warf aus und zwei Sekunden sp\u00e4ter war die Pose schon weg. Es ging Schlag auf Schlag. An einem Tag fingen wir knapp 16 Barsche und 12 Rotaugen. Das Verr\u00fcckteste war dabei, als Fynn einen dicken Barsch gefangen und ausgenommen hatte, beugte er sich nochmal \u00fcber Bord, um den Fisch zu waschen. Ich sah nicht genau was er da machte, er drehte sich wieder um. Er sah ein bischen geschockt aus. Ich fragte nur was los w\u00e4re und wo \u00fcberhaut der Fisch sei. Er stammelte nur, dass er als er den Fisch ins Wasser hielt, mit einem Satz der Fisch in die Tiefe schwam. Ich guckte ihn verdaddert an. Wir suchten das Wasser ab, ob der Barsch wieder auftauchte. Doch nichts passierte, der gr\u00f6\u00dfte Barsch von allen war weg und das mit lehren Bauch. Das Barschangeln war aber auf die Dauer nicht so spannend, schlie\u00dflich wollten wir die ganz Gro\u00dfen fangen. Deshalb blinkerten wir nebenbei ein bi\u00dfchen. Wir fingen drei Hechte, aber nur kleine, die wir wieder zur\u00fccksetzten. Um uns genauer zu erkunden wie wir die dicken Hechte und Zander fangen k\u00f6nntn, fuhren wir am n\u00e4chsten Tag zum n\u00e4chstgelegenden Angelladen. Dort erkl\u00e4rte man uns, dass man ab acht Uhr abends bis zwei Uhr morgens mit Woblern schleppen sollte und zwar in zehn Meter Entfernung des Ufers. Da es dort vier bis f\u00fcnf Meter tief sei und gegen Abend die Zander zum Fressen aus der Tiefe kommen. Er gab uns noch eine Tiefenkarte mit. Fynn kaufte sich noch einen Wobbler. Ich kaufte mir nichts, da ich schon einen Deep Running Wobbler hatte.<br>Also ging es gleich am Abend los. Wir fuhren genau die Tiefen ab und schleppten unsere Wobbler knapp \u00fcber dem Boden. Ich benutze einen Wobbler, der genau wie ein Barsch aussah. Fynn benutze seinen knallgelb gestreiften neuen Wobbler. Als wir gerade umgedreht hatten und die eine Seite des Sees zur\u00fcckfuhren, ruckte es in Fynns Angel. Fynn schrie nur \u201eIch hab einen!\u201c Sein erster Zander in seinen Leben. 52 cm, Fynn sprang vor Freude im Boot herum und umarmte mich. Das Grinsen war so breit ,das es bei seinen Ohren ankam. Ich begl\u00fcckw\u00fcnschte ihn und wir fuhren weiter. Ich war nar\u00fcrlich ein bi\u00dfchen neidisch, da ich noch nie einen Zander gefangen habe und fast jedes Jahr nach Schweden fahre, seit ich klein war. Und so ging es auch in den n\u00e4chsten Tagen weiter. Fynn fing einen Zander nach dem anderen und alle mit dem gelben Wobler. Wo dagegen ich leer ausblieb. Nach dem f\u00fcnften Zander von Fynn war ich schon ziehmlich genervt und meinte, dass das nur an dem Wobbler l\u00e4ge. Gro\u00dfz\u00fcgig wie Fynn ist, gab er mir den Wobbler und meinte \u201eHier probier du mal.\u201c Ich warf aus und f\u00fcnfzehn Sekunden sp\u00e4ter zuckte meine Angel. Ein Zander. Ich konnte es nicht fassen. Tja und von dem Tag an nannten wir den Wobler nur den \u201eZander-Killer\u201c.<br>Die Zander waren so gierig auf das Ding, dass sogar ein 12 cm gro\u00dfer Zander auf den 8 cm gro\u00dfen Wobler bi\u00df. Aber nicht nur Zander bissen, nein auch ein gro\u00dfer Hecht bis auf den Wobbler. Es war ein Mordsbrocken und Fynn pumpte ihn bis zum Boot hoch, ich versuchte ihn zu keschern. Doch der Kescher war nicht gro\u00df genug. Ich versuchte unter den Fisch zu kommen. Doch es gelang mir nicht den Fisch l\u00e4ngs in den Kescher zu bekommen.Der Hecht war zu gro\u00df und zu schwer mindestens 90 cm gro\u00df! Als ich dachte, der Hecht w\u00fcrde jetzt in den Kescher flutschen, hob ich den Kescher aus dem Wassser. Doch der Hecht lag auf dem Kescher, mit einen gro\u00dfen Satz und einem riesigen Platschen, riss er sich los und verschwand wieder in den Tiefen des Sees. Wir sa\u00dfen noch einige Sekunden v\u00f6llig geschockt da, um zu verarbeiten, was da gerade passiert ist. Aber schlie\u00dflich machten wir uns nichts drau\u00df. Genug Zander zum Essen hatten wir genug, frei h\u00e4tten wir den Hecht sowieso gelassen. Nach den vielen Zander und Hechten wollten wir auf Aal angeln. Wir hatten von anderen Anglern geh\u00f6rt, dass es hier armdicke Aale geben sollte. Wir deckten uns also mit Wurm ein und fuhren nachts auf den See raus. Es war stockdunkel als wir ankerten. Gem\u00fctlich schaukelte das Boot in den Wellen.<br>Wir warfen jeder seine 2 Ruten aus, die gut mit Wurm oder mit kleinen K\u00f6derfischen best\u00fcckt waren. Die Zeit verging und wir machten uns es im Boot gem\u00fctlich. Das Wasser war noch warm und wir legten uns ins Boot, das von unten gew\u00e4rmt wurde. Kochten uns eine Suppe mit dem mitgebrachten Campingkocher und machten Sp\u00e4\u00dfe. Als pl\u00f6tzlich meine kleinste Angel anfing wie wild zu zucken und die kleine Aalglocke am Bimmeln war, haute ich an und kurbelte hektisch ein. Ich war so aufgeregt, dass ich alles falsch gemacht habe. Ich hatte total vergessen, dass ich nur 0.18 mm Schnurr hatte und eine 1,70 m gro\u00dfe Angel. Ich schrie nur \u201eMan ist der schwer!\u201c Fynn leuchtete mit der Lampe das Wasser ab. Nach kurzer Zeit sah man ein gro\u00dfes dunkles Etwas an der Oberfl\u00e4che. Jedenfalls war es kein Aal. Ich war immer noch hektisch am Kurbeln, doch pl\u00f6tzlich lies der Druck nach und ich sp\u00fcrte mit einem mal keinen Widerstand. Der Fisch war weg, die Schnur durchgebissen.. Mein Herz raste. Ich kurbelte langsam ein. Alles futsch, die gesammte Montage. Und dann mu\u00dfte sich Fynn eine ganze Zeit lang mein Gemeckere anh\u00f6ren. Ich war sauer auf mich, warum habe ich so hektisch reagiert und so schnell eingeholt. Das war bestimmt ein 70-iger Zander, wenn nicht gr\u00f6\u00dfer. H\u00e4tte ich doch vorsichtiger gedrillt und ein st\u00e4rkeres Vorfach genommen. Ich rege mich heute immer noch dar\u00fcber auf. Als ich mich schlie\u00dflich beruhigt hatte, konzentrierten wir uns wieder aufs Angeln. Doch es biss nichts mehr. Wir machten es uns schlie\u00dflich im Boot gem\u00fctlich und quetschten uns so ins Boot, dass wir schlafen konnten. Einige Stunden sp\u00e4ter machten wir uns auf den Heimweg, wegen Ungem\u00fctlichlkeit und der negativen Beisslaune der Fische.<br>In den darauf folgenden Tagen waren wir nat\u00fcrlich mit dem Zander- Killer unterwegs und fingen unsere Zander. Doch wir wollten auch mal woanders Angeln, also machten wir uns mal wieder auf den Weg zum Angelladen und kauften noch ein bi\u00dfchen ein. Da direkt ein Fluss durch die kleine Stadt flo\u00df, nahmen wir nat\u00fcrlich unsere Spinnruten mit. Angekommen war ich nicht so \u00fcberzeugt. Ich mag nicht so gerne mitten in einer Stadt stehen und angeln. Der Fluss war 15 m breit und floss nicht schnell, aber kr\u00e4ftig. Fynn montierte seine Angel mit einem kleinen 5 g Abu Garcia Atom Blinker. Ich setzte mich hin und rief nur. Ich fang an zu Angeln .,wenn du einen f\u00e4ngst. Nach 1 min h\u00f6rte ich ihn rufen: &#8222;Ich hab einen!!&#8220; Ich sagte nur jaja verarschen kann ich mich selber. Doch dann sah ich, dass er es ernst meinte. Ich rannte zu ihm und sah nur, dass seine Angel zu einem Halbmond gebogen war. Seine Bremse kreischte und man sah den riesigen Hecht in einem halb im Wasser liegenden Baum schwimmen. &#8222;Scheisse&#8220; die Schnurr war schlaff. Fynn hing fest, doch pl\u00f6zlich nach 20 sek. kam der Hecht heraus und es konnte weiter gehen. Nach weiteren 6 min war der Hecht gelandet und es war eine dicke Hechtdame von 75-80 cm. Fynn grinste mich an und sagte nur:&#8220; Na, angelst du jetzt auch mit&#8220; Und eher zu Ende gesprochen hatte, hatte ich schon ausgeworfen. Fynn lie\u00df den Hecht frei und wir angelten gemeinsam weiter. Doch leider war der Hecht der einzige fang an diesem Tag. Ein zwei Tage sp\u00e4ter ginge es dann auch schon wieder nach Hause. Gl\u00fccklich und voller Fisch im Bauch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da meine Famillie ein kleines Haus in Schweden hat und da jawohl die meisten wissen, wie toll man in Schweden Angeln kann, habe ich meinen Freund Fynn gefragt ob er nicht Lust h\u00e4tte, mit mir 4 Wochen nach Schweden zu fahren. Wie erwartet, sagte er ja. Also ging es in den Sommerferien 2002 los. 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