Wie lande ich einen Hecht schonend?

Der Hecht hat spitze Zähne, die Kiemenbögen sind auch nicht ungefährlich und es baumelt auch noch ein Köder mit 2-3 Drillingen im Maul. Wie stelle ich mich an, damit dem Fisch und mir nichts passiert? Hier stelle ich die meiner Meinung nach einfachsten und sinnvollsten Methoden zur Landung vor.

Kurz vorweg: Wenn ihr einen Hecht zurücksetzen wollt, dann beachtet, dass ihr immer nasse Hände habt, den Fisch so kurz wie möglich an der Luft habt oder besser noch im Wasser abhakt, ihn nicht berührt und nicht ablegt. Benutzt immer einen großen gummierten Kescher, damit ihr die Schleimhaut und die Flossen nicht verletzt. Lasst richtig große Fische am besten nicht lange nach unten hängen. Fische sind nicht für außerhalb des Wasser geschaffen worden. Bei einem schweren Fisch zieht es die ganzen Innereien nach unten und der Fisch macht anschließend einen augenscheinlich guten Eindruck, könnte aber innerlich verletzt sein. Unterstützt deshalb immer mit der anderen Hand den Fisch, am besten nicht nur mit ein paar Fingern, sondern mit der ganzen Handfläche. Ist der Hecht verletzt, blutet stark bz. sind die Kiemenbögen verletzt etc. erspart dem Hecht das Leiden und einen qualvollen Tod und entnehmt den Fisch waidgerecht!

Wenn ihr vorhabt einen Fisch zu entnehmen, dann zögert dies nicht länger heraus als nötig. Fisch aus dem Wasser, dann den Fisch fachmännisch abschlagen, anschließend oder dabei entfernt man den Haken. Fertig!

Die Methoden

Abhaken im Wasser:
Am schonendsten ist es, wenn man den Fisch gar nicht erst anfasst und aus dem Wasser hebt. Ist der Fisch ausgedrillt und der Haken sitzt so, dass man ihn gut lösen kann, nimmt man einfach seine Zange und löst die Haken. Falls der Hecht sich ein bisschen ziert, dann hält man den Fisch mit dem Kiemengriff (s.u.) im Wasser fest und löst dabei die Haken.



Handlandung mit Kiemengriff:
Wenn der Fisch ausgedrillt ist und sich neben dem Boot oder am Ufer in Reichweite befindet, gleitet man mit seinen Fingern an dem Unterkiefer des Hechtes entlang, bis man zum Kiemendeckel gelangt. Die Finger platziert man nun unter dem Kiemendeckel, mit dem Daumen stabilisiert man den Fisch von außen. Dann kann man den Fisch aus dem Wasser heben. Hängt der Hecht nun nach unten, öffnet er automatisch sein Maul. Nun kann man den Haken lösen.



ACHTUNG! Nur erfahrene Angler sollten diese Technik benutzen. Hechte sind wilde Gesellen, die gerne zappeln und sich drehen. Versucht daher immer den Fisch gut im Griff zu haben und nicht loszulassen, auch wenn es schmerzt. Ein zappelnder Fisch im Boot verletzt sich und im schlimmsten Fall euch. Es empfiehlt sich deshalb den Fisch außerhalb des Bootes zu halten. Wenn man den Fisch nicht mehr halten kann, fällt dieser dann einfach ins Wasser.
Passt auch auf die scharfen Kiemenbögen auf, dass ihr mit eurem Handrücken nicht die Kiemen zerstört und euch verletzt. Gänzlich vermeiden lassen sich Verletzungen nicht und gehören zum Hechtangeln dazu. Aber viele Angler sind stolz auf ihre blutigen zerkratzten Hände, ich muss inzwischen sagen, dass ich das eher als negativ empfinde. Hab ich Schaden genommen, hat der Hecht wahrscheinlich auch Schaden genommen. Und das ist nicht so schön, wenn Fische auch wieder zurückgesetzt werden sollen.



Das Keschern:
Das Landen mit einem Kescher ist eine schonende Methode, solange der Kescher groß und gummiert ist. Sobald der Fisch im Kescher ist, legt man den Kescher so ab, dass sich der Fisch noch im Wasser befindet oder man hebt den Fisch ins Boot. Man löst den Haken, während der Fisch im Kescher ist und hebt den Hecht danach aus dem Kescher. Beim Angeln vom Boot kann man den Hecht eine Weile im Kescher und im Wasser lassen und z.B. erstmal ein bisschen Ordnung und Platz im Boot schaffen.