Welcome to the Jungle
Tag 1
Was macht man als Hamburger, wenn ein Kumpel aus Bayern zu Besuch kommt, der seit 5 Jahren keinen Zander mehr am Band gehabt hat? Hmm, mal überlegen, da war doch was, ähhh klar! Hamburg, Elbe, Zander! Also der Plan stand, ich wollte mit meinem Besuch für vier Tage den Hamburger Hafen unsicher machen. Zwei Wochen vor dem Start dann die ersten Gerüchte „Sauerstoffloch“....pfff, abwarten, gibt´s ja jedes Jahr. Eine Woche Später dann ist es Gewissheit. Elbe bei Hamburg, nur noch 2mg/L Sauerstoff. Miese Fänge, Elbe tot! Was tun? Plan B lag zum Glück ja schon bereit und der sah so aus: Ein paar Hundert Kilometer Autofahrt, ein unbekanntes Gewässer, das Auto bis unters Dach mit diesem und jenem vollgestopft.
Kann doch gar nix schief gehen.

Dann endlich gehts los, Autobahn, Landstraße, kurzer Stopp um Gastkarten zu besorgen und dann endlich ans Wasser.

Und das sah dann so aus:
Nicht schlecht oder?

Wie auch immer, Köder ins Wasser und nach einer halben Stunde gab´s dann das erste „Tock“ für den Klaus und ne ordentlich krumme Rute. Kopfstöße und träges Bocken kündigten den ersten Zander an.


72cm Zander und damit PB!

Und zurück!
Der Anfang war gemacht und so ging es dann erst mal weiter, zumindest für den Gast. Klaus konnte noch eine bunte Mischung vorlegen. Ich begnügte mich mit zuschauen, fotografieren und Steinbeissern. Sorgen ja auch für eine krumme Rute.

Das Wetter war bis Dato ganz gut, Sonne, warm, nur die dunklen Wolken und das Grummeln kündigten ungebetenen Besuch an. Also Rückzug, zumindest vorerst.



Eineinhalb Stunden Dauerberieselung später konnten wir dann wieder trockenen Fußes los legen.

Wir hatten sogar Besuch am Ufer und trotz Temperatursturz ließ sich noch ein Hecht zum kurzen Landgang überreden.


75cm, nicht schlecht für den Anfang. Das wars dann auch für den ersten Tag.

Gegen Abend wurde das Wetter mal wieder richtig ungemütlich, es blieb zwar trocken, dafür nahm allerdings der Wind kräftig zu und es wurde richtig frisch.
Wir beschlossen also Schluss zu machen.


Tag 2

Tag zwei begann dann für mich bedeutend besser. Ich fing Fisch!
Kleiner Hecht, nach zwei Fehlbissen nahm er den Fin-S dann doch noch volley!


Klaus legte sogleich nach. Neue Stelle erster Wurf—Hecht 65cm.
Und dann ging die nächsten Stunden gar nichts mehr. Keine Bisse, keine Fischaktivität.

Dafür bot die Umgebung einen erfrischenden Kontrast zum dreckigen und lärmenden Hafen.



Keine Menschen, keine Autos, nur Natur und Ruhe.

Am frühen Nachmittag Endete die Ruhe dann allerdings mit einem Paukenschlag!

Bahhh 82cm Zander!
Auf einen absoluten Klassiker.

Der Fisch biss auf voller Wurfdistanz und gab in der Strömung ordentlich Gas. Wie alle Fische dieser Tour fiel auch dieser wieder ins Wasser.

Nach diesem Paukenschlag war ich am Zug und konnte noch drei schöne Zander nachlegen.



Alles wohlgenährte und makellose Fische allesamt in Topkondition. Nach dem Dritten war dann Schluss und das Prozedere vom Vorabend wiederholte sich. Essen kochen, Zelt aufbauen, pennen.

Tag 3
Tag drei begann trübe, klarte auf, wurde windig, wieder trübe, Nieselregen, Starkregen, Flaute, Sonne etc. Das immer schön im Wechsel. Damit nicht genug, der Weg ans Wasser war an den vorherigen Tagen schon nicht einfach gewesen, heute ging es richtig in den Dschungel. Nach einem anstrengenden Marsch durch den Busch kamen wir dann doch ans Wasser.



Fisch? Fehlanzeige. Hier und da mal ein Anstubser, das war es dann auch schon. Nach über vier Stunden Funkstille gab´s dann unverhofft Fisch!



Vorsichtiger Biss, toller Fisch und der richtige Motivationsschub.

Nur drei Würfe später kam der nächste Biss und der hatte es in sich. Ein harter Schlag gleich zu Beginn der Absinkphase und kräftiges Bocken kündigten einen noch besseren Fisch an.

Nach der ersten schnellen Flucht war klar, das da kein Zander am Haken hing.
Power pur. 95Er Flusshecht.



Nach dem Doppelschlag unerwartet wieder für Stunden Totentanz. Nichts, keine Zupfer. Am späten Nachmittag dann doch noch ein ungewöhnlicher Fang. Ein Football! Oder doch ein Zander?
Wir brachen früher ab um unser Lager aufzubauen. Außerdem wollten wir bis in die Dunkelheit fischen.

Tolle Abendstimmung und Besuch vom Biber. Flossenträger wurden nicht gesichtet.

Tag 4

Nachdem wir in der Nacht beinahe fortgeweht worden sind hatte sich die Luft nochmals abgekühlt. Unsere Erwartungen hatten wir entsprechend zurückgeschraubt. Der Biss gleich an der ersten Stelle kam vollkommen unerwartet. Schweres Kopfschütteln kündigten einen sehr guten Zander an, dabei blieb es leider auch, er stieg im Drill aus. Fünf Minuten später wieder ein vorsichtiger Biss und diesmal konnte ich den Fisch landen.
Und dann kam mal wieder nichts....
….also war wieder wandern angesagt.

Und Fischen und wandern usw. Nach weiteren Stunden ohne Biss gabs dann tatsächlich noch einen einmal Fisch zum Schluss.



Ein kleiner Hecht bildete den Abschluss unserer Tour.

Wir hatten ein paar tolle, aber auch anstrengende Tage hinter uns. Wir fischten unter z.T. Verrückten Wetterbedingungen und legten pro Tag bis zu acht Kilometer an unwegsamen Ufern zurück. Jeder Fisch war hart erarbeitet und die Freude war jedes mal riesig, egal wie groß der Fisch war. Für uns war es ein absolutes Privileg an einem Gewässer fischen zu dürfen, das weitestgehend gesund und intakt erscheint, dem der Mensch zwar auch schon deutlich seinen Stempel aufgedrückt hat, der Natur aber auch ihren Raum lässt. Wir haben uns immer mit größter Umsicht an den Ufern bewegt und unseren Müll selbstverständlich mitgenommen. Ich hoffe, das uns solche Paradiese noch lange erhalten bleiben dazu gehört aber auch, dass sich jeder mit Umsicht und Respekt in diesem bewegt. C&R gehört für uns selbstverständlich dazu.

Bis zum nächsten mal! -Daniel-